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Expertenstandards in der Pflege

Inhalt des Artikels:

Warum sind Expertenstandards wichtig?

Die Qualität der Pflege spielt eine entscheidende Rolle für das Wohlbefinden pflegebedürftiger Menschen. Expertenstandards sind Richtlinien, die sicherstellen, dass Pflegeleistungen auf einem hohen, wissenschaftlich fundierten Niveau erbracht werden. Sie definieren Maßnahmen und Pflegeziele, die in allen Pflegeeinrichtungen gelten und somit eine einheitliche Pflegequalität gewährleisten.

Was ist ein Expertenstandard?

Ein Expertenstandard ist ein bundesweit geltender Standard, der auf pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen basiert. Er dient dazu, die Pflegequalität systematisch zu verbessern und zu sichern. Die Standards werden von einem interdisziplinären Team entwickelt, das aus Wissenschaftlern, Pflegekräften und anderen Experten besteht. Sie legen fest, welche Maßnahmen in welchen Situationen durchgeführt werden sollten, um eine bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.

Unterschiede zwischen Pflegestandards und Expertenstandards

Pflegestandards werden von den Einrichtungen selbst festgelegt und können je nach Betrieb variieren. Expertenstandards hingegen sind wissenschaftlich erarbeitete Vorgaben, die in allen Einrichtungen gelten und somit eine einheitliche und qualitativ hochwertige Pflege sicherstellen.

Wie werden Expertenstandards entwickelt?

Die Entwicklung eines Expertenstandards erfolgt in fünf Schritten:

  1. Entwurfsphase: Ein Team aus Experten erstellt einen ersten Entwurf des Standards auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse.
  2. Konsensfindung: Die Fachöffentlichkeit hat die Möglichkeit, Feedback zu geben und Verbesserungsvorschläge einzubringen.
  3. Praxistest: Der Standard wird in ausgewählten Pflegeeinrichtungen getestet, um seine Umsetzbarkeit in der Praxis zu überprüfen.
  4. Finalisierung und Veröffentlichung: Nach erfolgreichen Tests wird der Expertenstandard offiziell veröffentlicht.
  5. Regelmäßige Überprüfung: Expertenstandards werden alle fünf Jahre überprüft und gegebenenfalls aktualisiert.

Die 12 aktuellen Expertenstandards in der Pflege

Derzeit gibt es 12 offizielle Expertenstandards, die in Pflegeeinrichtungen Anwendung finden:

  1. Dekubitusprophylaxe: Verhinderung von Druckgeschwüren durch gezielte Lagerungstechniken und Mobilitätsförderung.
  2. Entlassungsmanagement: Sicherstellung einer lückenlosen Betreuung nach dem Aufenthalt in einer Einrichtung.
  3. Schmerzmanagement: Optimierung der Schmerzlinderung und Vorbeugung von chronischen Schmerzen.
  4. Sturzprophylaxe: Maßnahmen zur Reduzierung des Sturzrisikos und zur Vorbeugung von Verletzungen.
  5. Harnkontinenz: Erhaltung der Blasenfunktion und Management von Inkontinenz.
  6. Pflege von Menschen mit chronischen Wunden: Strategien zur Wundversorgung und Verbesserung der Lebensqualität.
  7. Ernährungsmanagement: Sicherstellung einer ausreichenden und gesunden Ernährung.
  8. Förderung der physiologischen Geburt: Anleitung und Unterstützung während der Geburt.
  9. Mundgesundheit: Erhaltung und Förderung der oralen Hygiene.
  10. Beziehungsgestaltung bei Demenz: Verbesserung der Kommunikation und Interaktion mit Demenzpatienten.
  11. Hautintegrität: Vorbeugung von Hautschäden und -erkrankungen.
  12. Mobilität: Förderung der Bewegung und Selbstständigkeit.

Implementierung der Expertenstandards in Pflegeeinrichtungen

Um Expertenstandards erfolgreich umzusetzen, sollten Pflegeeinrichtungen folgende Schritte beachten:

  1. Information und Schulung: Mitarbeiter sollten über die Inhalte und Ziele der Standards informiert und entsprechend geschult werden.
  2. Anpassung der Pflegepraxis: Pflegeabläufe sollten an die Expertenstandards angepasst werden.
  3. Regelmäßige Kontrolle: Durch Audits und Evaluierungen sollte die Einhaltung der Standards überprüft werden.
  4. Dokumentation: Die Umsetzung der Maßnahmen sollte in der Pflegedokumentation festgehalten werden.

Verpflichtung zur Umsetzung der Expertenstandards

Expertenstandards haben zwar keine direkte gesetzliche Verbindlichkeit, jedoch dienen sie als „vorweggenommene Sachverständigengutachten“. Das bedeutet, dass sie als Orientierung für Gerichte und den Medizinischen Dienst (MDK) herangezogen werden können. Pflegeeinrichtungen sind daher gut beraten, sich an diese Standards zu halten, um Haftungsrisiken zu vermeiden und eine hohe Pflegequalität sicherzustellen.

Fazit

Expertenstandards sind essenzielle Instrumente zur Sicherung und Weiterentwicklung der Pflegequalität. Sie sorgen für Einheitlichkeit, Effizienz und eine wissenschaftlich fundierte Pflege. Pflegeeinrichtungen sollten die Implementierung dieser Standards ernst nehmen, um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden und die bestmögliche Versorgung für ihre Patienten sicherzustellen.

Weiterführende Informationen

Für eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Expertenstandards empfiehlt sich die offizielle Website des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) sowie das Buch Expertenstandards in der Pflege – eine Gebrauchsanleitung.

Zusammenfassung:

ExpertenstandardZielsetzungUmsetzungAusblick auf die ZukunftPraktische BeispieleInvolvierte Personen/GruppenGremien bei der Erstellung
DekubitusprophylaxeVerhinderung von Druckgeschwüren durch Lagerung und MobilitätsförderungRegelmäßige Umlagerung, Hautinspektion, DruckentlastungssystemeNeue Technologien zur Dekubitusprävention, bessere SchulungenWechseldruckmatratzen zur Vermeidung von DekubitusPflegekräfte, Ärzte, PhysiotherapeutenDeutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP)
EntlassungsmanagementSicherstellung einer durchgehenden Betreuung nach dem KlinikaufenthaltErstellung von Entlassungsplänen, interdisziplinäre KommunikationDigitalisierte Entlassungsprozesse, bessere Nachsorge-AppsDigitale Entlassungspläne für nahtlose ÜbergängeÄrzte, Sozialarbeiter, PflegekräfteDeutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP)
SchmerzmanagementOptimierung der Schmerztherapie und Vorbeugung chronischer SchmerzenSchmerzassessment, individuelle Schmerztherapiepläne, MedikamentenmanagementEinsatz von KI zur Schmerztherapie, personalisierte SchmerzbehandlungSchmerztagebuch zur individuellen SchmerzbewertungSchmerztherapeuten, Pflegekräfte, MedizinerDeutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP)
SturzprophylaxeReduzierung des Sturzrisikos und Verhinderung von VerletzungenEinsatz von Hilfsmitteln, Kraft- und Gleichgewichtstraining, UmgebungsanpassungMehr Präventionsmaßnahmen durch Smart-Home-TechnologienEinsatz von Hüftprotektoren zur Vermeidung von SturzverletzungenPhysiotherapeuten, Ergotherapeuten, PflegekräfteDeutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP)
HarnkontinenzUnterstützung der Blasenfunktion und Management von InkontinenzBlasentraining, medikamentöse Therapie, physiotherapeutische UnterstützungInnovative Katheter-Technologien, KI-gestützte DiagnosenEinsatz von Biofeedback-Methoden zur BlasenkontrolleUrologen, Pflegekräfte, PhysiotherapeutenDeutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP)
Pflege von Menschen mit chronischen WundenEffektive Wundversorgung zur Verbesserung der LebensqualitätWunddokumentation, moderne Wundauflagen, PatientenschulungenFortschritte in der Wundheilung durch regenerative MedizinHydroaktive Wundauflagen für eine schnellere WundheilungWundexperten, Ärzte, PflegekräfteDeutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP)
ErnährungsmanagementSicherstellung einer ausreichenden und gesunden ErnährungErnährungspläne, Beratung durch Diätassistenten, regelmäßige GewichtskontrollePersonalisierte Ernährungskonzepte auf Basis genetischer AnalysenKalorienreiche Shakes für Mangelernährte PatientenDiätassistenten, Ärzte, PflegekräfteDeutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP)
Förderung der physiologischen GeburtUnterstützung einer natürlichen Geburt durch Beratung und BetreuungGeburtsvorbereitung, Einsatz von Hebammen, schmerzreduzierende MaßnahmenTechnologische Unterstützung für eine sicherere GeburtWassergeburt als sanfte Alternative zur klassischen EntbindungHebammen, Gynäkologen, PflegekräfteDeutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP)
Medexcare – Autor

www.medexcare.de

Experte für Pflegevermittlung & pädagogische Beratung

Unser Autor ist festes Teammitglied bei Medexcare und begleitet Pflegefachkräfte sowie pädagogisches Personal auf dem Weg zum passenden Job. Mit mehreren Jahren Erfahrung im sozialen Sektor kombiniert er Fachkompetenz, Menschlichkeit und fundierte Marktkenntnis in ihren Artikeln und Empfehlungen.

"Medexcare hat mir nicht nur beim Bewerbungsprozess geholfen, sondern auch das Selbstvertrauen zurückgegeben, das ich für einen Neuanfang in der Pflege brauchte." – Pflegekraft Julia M.

FAQ

Ist Medexcare kostenlos?

Ja, Medexcare ist für Bewerber auf Dauer vollkommen kostenfrei.

Ist mein Profil öffentlich?

Nein, deine Daten sind nicht öffentlich. Nur Arbeitgeber, bei denen du dich bewirbst, können dein Profil sehen.

Wo in Deutschland bietet Medexcare.de Jobs an?

Medexcare vermittelt Jobs in ganz Deutschland – ortsunabhängig und zielgerichtet.

Was bietet Medexcare?

Eine Plattform für Fachkräfte aus Pflege und Medizin mit anonymem Kontakt zu Arbeitgebern – kostenfrei, datensicher und exklusiv.

Wieso sollte ich mich für Medexcare.de entscheiden?

Medexcare bietet dir volle Kontrolle, Anonymität und exklusive Tools – Arbeitgeber bewerben sich bei dir, nicht umgekehrt.

Wie registriere ich mich bei Medexcare?

Registriere dich einfach über die Website. Nach Bestätigung deiner E-Mail kannst du dich direkt bewerben – kostenlos und unverbindlich.

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