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Pflegerecht & Gewaltprävention

Inhalt des Artikels:

⚖️ Pflegerecht & Gewaltprävention: Wie Pflegekräfte rechtssicher handeln und sich schützen können

 

🧠 Pflegerecht im Alltag: Rechtssicherheit ist kein Luxus

Pflegekräfte stehen tagtäglich vor rechtlich sensiblen Entscheidungen:

  • Darf ich jemanden fixieren, wenn er stürzt?
  • Wie verhalte ich mich bei Selbstgefährdung?
  • Was, wenn Angehörige freiheitsentziehende Maßnahmen fordern?
  • Was, wenn ich selbst bedroht oder angegriffen werde?

Wichtiger Grundsatz:

Rechtliches Handeln in der Pflege braucht Wissen, Reflexion – und klare Strukturen im Team.

🛑 Freiheitsentziehende Maßnahmen (FEM): Was ist erlaubt – was verboten?

FEM sind z. B.:

  • Bettgitter, Gurte, Fixierungen
  • Abschließen von Türen oder Zimmern
  • medikamentöse Ruhigstellung (chemische Fixierung)

Diese Maßnahmen dürfen nur mit richterlicher Genehmigung angewendet werden – und selbst dann nur, wenn sie:

  • dem Schutz der betroffenen Person dienen,
  • verhältnismäßig sind,
  • alternativlos erscheinen.

Was du als Pflegekraft beachten musst:

  • Keine Maßnahme ohne Anordnung oder gerichtliche Genehmigung
  • Immer sorgfältig dokumentieren
  • Alternativen prüfen und anwenden (z. B. Sitzwachen, Mobilisierung)
  • Ethisch reflektieren: Ist das wirklich zum Schutz – oder zur Erleichterung der Organisation?

🚨 Gewalt in der Pflege: Ein Tabuthema, das gesehen werden muss

Gewalt kann viele Gesichter haben:

  • Körperliche Gewalt: Schubsen, Festhalten, grobe Berührungen
  • Psychische Gewalt: Anschreien, Demütigen, Ignorieren
  • Strukturelle Gewalt: Überlastung, fehlende Pausen, Personalmangel
  • Sexuelle Gewalt oder Grenzüberschreitungen
  • Gewalt durch Patient:innen oder Angehörige gegenüber Pflegekräften

Die traurige Realität:

  • Fast jede Pflegekraft erlebt im Laufe ihres Berufslebens Gewalt – aktiv oder passiv
  • Viele Pflegebedürftige erfahren Verletzungen ihrer Würde, oft unbeabsichtigt
  • Strukturelle Defizite führen zu Drucksituationen, in denen Fehlverhalten entsteht

🧰 Gewaltprävention in der Pflege: Was du konkret tun kannst

BereichKonkrete Maßnahmen
Schulung & AufklärungFortbildungen zu Pflegerecht, FEM und Deeskalation
TeamkommunikationFallbesprechungen, Feedbackkultur, Supervision
Eigene Haltung reflektierenWo entstehen Stress und Grenzüberschreitungen?
NotfallstrategienDeeskalationstechniken trainieren, Kollegen informieren
DokumentationJede Gewaltsituation festhalten, auch Verdachtsfälle

🧭 Rechtliche Grundlagen, die du kennen solltest

  • § 1906 BGB – Regelt freiheitsentziehende Maßnahmen mit Genehmigungsvorbehalt
  • Grundrechte – Menschenwürde, Bewegungsfreiheit, Selbstbestimmung
  • Pflicht zur Hilfeleistung – aber auch zum Schutz vor Übergriffen
  • Gewaltschutzgesetz – gilt auch für Pflegekräfte im beruflichen Kontext
  • Heimaufsicht & Qualitätsprüfungen (MD) – achten gezielt auf Gewaltschutz-Konzepte

🧘 Selbstschutz & Psychohygiene für Pflegekräfte

Wenn du selbst Gewalt erlebst – verbal, körperlich oder emotional – darfst du:

  • dich zurückziehen und Unterstützung holen
  • die Situation melden – z. B. an die Leitung, MAV oder externe Stellen
  • psychologische Hilfe in Anspruch nehmen

Pflege darf keine Einbahnstraße sein. Du bist nicht verpflichtet, alles zu ertragen.

💬 Fazit: Rechtssicherheit und Gewaltprävention gehören zur Pflegequalität

Pflege ohne Rechtskenntnis ist riskant – für dich, dein Team und die Menschen, die du betreust. Gewaltprävention beginnt mit Wahrnehmung, Haltung und Handlungssicherheit.

Du musst keine Juristin sein – aber du solltest deine Rechte und Pflichten kennen. Denn nur wer sich selbst schützt, kann auch andere schützen.

📬 Deine Meinung zählt!

Hast du im Pflegealltag schon Grenzerfahrungen gemacht? Wünschst du dir mehr Schulung zu Pflegerecht und Gewaltschutz? Wie geht ihr im Team mit solchen Situationen um?
Teile deine Erfahrungen – anonym oder offen – mit der Community auf ausgezeichnetepflege.de.

Medexcare – Autor

www.medexcare.de

Experte für Pflegevermittlung & pädagogische Beratung

Unser Autor ist festes Teammitglied bei Medexcare und begleitet Pflegefachkräfte sowie pädagogisches Personal auf dem Weg zum passenden Job. Mit mehreren Jahren Erfahrung im sozialen Sektor kombiniert er Fachkompetenz, Menschlichkeit und fundierte Marktkenntnis in ihren Artikeln und Empfehlungen.

"Medexcare hat mir nicht nur beim Bewerbungsprozess geholfen, sondern auch das Selbstvertrauen zurückgegeben, das ich für einen Neuanfang in der Pflege brauchte." – Pflegekraft Julia M.

FAQ

Ist Medexcare kostenlos?

Ja, Medexcare ist für Bewerber auf Dauer vollkommen kostenfrei.

Ist mein Profil öffentlich?

Nein, deine Daten sind nicht öffentlich. Nur Arbeitgeber, bei denen du dich bewirbst, können dein Profil sehen.

Wo in Deutschland bietet Medexcare.de Jobs an?

Medexcare vermittelt Jobs in ganz Deutschland – ortsunabhängig und zielgerichtet.

Was bietet Medexcare?

Eine Plattform für Fachkräfte aus Pflege und Medizin mit anonymem Kontakt zu Arbeitgebern – kostenfrei, datensicher und exklusiv.

Wieso sollte ich mich für Medexcare.de entscheiden?

Medexcare bietet dir volle Kontrolle, Anonymität und exklusive Tools – Arbeitgeber bewerben sich bei dir, nicht umgekehrt.

Wie registriere ich mich bei Medexcare?

Registriere dich einfach über die Website. Nach Bestätigung deiner E-Mail kannst du dich direkt bewerben – kostenlos und unverbindlich.

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