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Umgang mit Demenz und gerontopsychiatrischen Erkrankungen

Inhalt des Artikels:

🧠 Umgang mit Demenz und gerontopsychiatrischen Erkrankungen: Was Pflegekräfte wissen müssen

📈 Demenz auf dem Vormarsch: Warum die Pflege gefordert ist

Die Zahl an Menschen mit Demenz und gerontopsychiatrischen Erkrankungen steigt rapide – bedingt durch die demografische Entwicklung. Bereits heute leben in Deutschland über 1,8 Millionen Menschen mit Demenz, Tendenz steigend.

In der Pflege bedeutet das:

  • Mehr Betreuungsaufwand
  • Zunahme an herausforderndem Verhalten
  • Wachsende emotionale und körperliche Belastung
  • Erhöhter Kommunikations- und Koordinationsbedarf mit Angehörigen

🧠 Was sind gerontopsychiatrische Erkrankungen?

Neben Demenz zählen zu den gerontopsychiatrischen Krankheitsbildern:

  • Depression im Alter
  • Delir
  • Schizophrenie im Alter
  • Angststörungen
  • Suchterkrankungen älterer Menschen

Diese Krankheitsbilder sind oft multifaktoriell bedingt und treten mitunter gleichzeitig auf. Das stellt Pflegekräfte vor komplexe Herausforderungen in Bezug auf Diagnostik, Umgang und individuelle Betreuung.

😟 Herausforderndes Verhalten: Ursachen verstehen, Stress vermeiden

Häufige Verhaltensweisen bei dementen und gerontopsychiatrisch erkrankten Menschen:

  • Aggression oder Rückzug
  • Verwirrtheit und Orientierungslosigkeit
  • Lautes Rufen oder nächtliche Unruhe
  • Misstrauen, Angst oder Halluzinationen

Diese Reaktionen sind oft Ausdruck innerer Not, nicht „Boshaftigkeit“. Sie fordern Pflegekräfte emotional stark – deshalb ist es wichtig, Hintergründe zu verstehen und professionell zu handeln.

🗣️ Kommunikation mit Menschen mit Demenz: Validation als Schlüsseltechnik

Was ist Validation?

Validation ist eine Methode, die von Naomi Feil entwickelt wurde und auf Empathie und Bestätigung der Gefühlswelt basiert. Ziel: Nicht korrigieren, sondern wertschätzend in die Realität der Betroffenen eintauchen.

Grundprinzipien der Validation:

  • Gefühle sind immer „wahr“ – auch wenn die Fakten nicht stimmen
  • Korrigieren erzeugt Frust, Validieren vermittelt Sicherheit
  • Augenhöhe statt Belehrung
  • Nonverbale Kommunikation bewusst einsetzen (Mimik, Tonfall, Berührung)

Beispiel:

„Frau Meier, ihr Mann ist doch seit 10 Jahren tot!“
„Sie vermissen Ihren Mann gerade sehr, nicht wahr?“

Diese Haltung verändert die Pflegebeziehung – und reduziert Eskalationen nachhaltig.

🧰 Tipps für Pflegekräfte im Umgang mit Demenz & gerontopsychiatrischen Symptomen

BereichEmpfehlung für den Pflegealltag
KommunikationValidation anwenden, Blickkontakt, langsames Sprechen, einfache Sätze
Verhalten deutenVerhalten als Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse interpretieren
Struktur im AlltagRituale und feste Abläufe geben Sicherheit
Eigenes StressmanagementSupervision, Austausch im Team, Pausen konsequent einfordern
NotfallinterventionenDeeskalationstechniken schulen, Rückzugsräume schaffen

👥 Angehörigenarbeit: Vertrauen aufbauen, Ressourcen nutzen

Pflege bedeutet immer auch Arbeit mit den Angehörigen. Diese erleben die Krankheit oft mit Angst, Schuldgefühlen oder Überforderung. Du als Pflegekraft kannst durch Offenheit und fachliche Kompetenz enorm zur Entlastung beitragen.

Konkrete Tipps:

  • Regelmäßige Gespräche anbieten
  • Entwicklung der Erkrankung erklären (z. B. bei fortschreitender Demenz)
  • Angehörige in Pflegehandlungen einbeziehen, wenn möglich
  • Verständnis zeigen bei emotionalen Reaktionen

Ein gutes Verhältnis zu Angehörigen stärkt nicht nur das Vertrauen, sondern auch die Qualität der Pflege.

🧭 Fort- und Weiterbildung: Dein Schlüssel zur professionellen Sicherheit

Gerade im Bereich der gerontopsychiatrischen Pflege ist fundiertes Wissen entscheidend. Investiere in dich – durch:

  • Schulungen zur Validation
  • Seminare zu psychiatrischen Krankheitsbildern im Alter
  • Workshops zu Kommunikation & Deeskalation
  • Fallbesprechungen im Team

Fachlich fundierte Pflege schützt dich – und die Menschen, die du betreust.

💬 Fazit: Gerontopsychiatrische Pflege ist Beziehungsarbeit auf hohem Niveau

Der Umgang mit Demenz und anderen psychischen Erkrankungen im Alter verlangt Pflegekräften viel ab – emotional, fachlich und kommunikativ. Doch mit dem richtigen Wissen, der passenden Haltung und kollegialer Unterstützung kannst du diese Herausforderung souverän meistern.

Validation, Empathie und Struktur sind deine wichtigsten Werkzeuge.

📬 Deine Erfahrung zählt!

Wie erlebst du den Umgang mit Demenz in deinem Pflegealltag? Welche Situationen fordern dich am meisten heraus? Hast du schon positive Erfahrungen mit Validation gemacht?
Teile deine Erfahrungen – anonym oder offen – mit der Community auf ausgezeichnetepflege.de.

Medexcare – Autor

www.medexcare.de

Experte für Pflegevermittlung & pädagogische Beratung

Unser Autor ist festes Teammitglied bei Medexcare und begleitet Pflegefachkräfte sowie pädagogisches Personal auf dem Weg zum passenden Job. Mit mehreren Jahren Erfahrung im sozialen Sektor kombiniert er Fachkompetenz, Menschlichkeit und fundierte Marktkenntnis in ihren Artikeln und Empfehlungen.

"Medexcare hat mir nicht nur beim Bewerbungsprozess geholfen, sondern auch das Selbstvertrauen zurückgegeben, das ich für einen Neuanfang in der Pflege brauchte." – Pflegekraft Julia M.

FAQ

Ist Medexcare kostenlos?

Ja, Medexcare ist für Bewerber auf Dauer vollkommen kostenfrei.

Ist mein Profil öffentlich?

Nein, deine Daten sind nicht öffentlich. Nur Arbeitgeber, bei denen du dich bewirbst, können dein Profil sehen.

Wo in Deutschland bietet Medexcare.de Jobs an?

Medexcare vermittelt Jobs in ganz Deutschland – ortsunabhängig und zielgerichtet.

Was bietet Medexcare?

Eine Plattform für Fachkräfte aus Pflege und Medizin mit anonymem Kontakt zu Arbeitgebern – kostenfrei, datensicher und exklusiv.

Wieso sollte ich mich für Medexcare.de entscheiden?

Medexcare bietet dir volle Kontrolle, Anonymität und exklusive Tools – Arbeitgeber bewerben sich bei dir, nicht umgekehrt.

Wie registriere ich mich bei Medexcare?

Registriere dich einfach über die Website. Nach Bestätigung deiner E-Mail kannst du dich direkt bewerben – kostenlos und unverbindlich.

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